Die Arbeit als Pferdepsychologe


Vor Beginn einer Pferdepsychologischen-Therapie ist es wichtig krankheitsbedingte Ursachen auszuschließen.

Gemeinsam füllen wir einen Anamnesebogen aus in dem die Vorgeschichte, Haltung, Fütterung, der Umgang, eventuelle Vorerkrankungen, die aktuelle Nutzung und die Verhaltensauffälligkeiten Ihres Pferdes besprochen und schriftlich festgehalten werden. Zusätzlich werden eigene Beobachtungen vor Ort oder über Videoanalysen durchgeführt, um eine erste Einschätzung abgeben zu können. Anschließend kann ein Therapieplan ausgearbeitet werden.

Während der Therapie ist es von größter Bedeutung, dass Sie Ihr Pferd gut kennen oder es besser kennenlernen möchten. Nehmen Sie sich Zeit, um es zu beobachten und stellen Sie sicher, dass alle Personen in der Umgebung Ihres Pferdes, wie Reitbeteiligungen, Pfleger, Hofbesitzer usw., die Therapie unterstützen. Selbst ein einmaliges belohnendes Verhalten eines Menschen kann eine Therapie zur Behandlung von z.B. aufmerksamkeitsfördernden Verhaltensstörungen zurücksetzen. Dabei spielt es keine Rolle ob Sie freundlich oder unfreundlich dem Pferd gegenüber sind – allein die Aufmerksamkeit kann bereits als Belohnung wirken.



Optimierung der Haltungsbedingungen


Bei der Optimierung der Haltungsbedingungen wird nicht nur der Lebensraum, in dem Ihr Pferd lebt, unter die Lupe genommen sondern auch der Charakter Ihres Pferdes und auch der Herdencharakter.

Jedes Pferd hat eine individuelle Persönlichkeit und bevorzugt bestimmte soziale Interaktionen. Bei einer optimalen Herdenzusammenstellung wird daher die Verträglichkeit der Pferde untereinander berücksichtigt. Es wird darauf geachtet, dass die Charaktere und Verhaltensweisen der Pferde gut harmonieren, um Konflikte innerhalb der Herde zu minimieren. Dabei orientiere ich mich an der TCP-Lehre der 5-Elemente.

Der Herdencharakter gerade auch in der Offenstallhaltung ist ein wichtiger Aspekt, da Pferde von Natur aus Herdentiere sind und soziale Interaktionen benötigen um ihr Wohlbefinden zu steigern.

Durch den Kontakt zu Artgenossen können Pferde ihr natürliches Verhalten ausleben, lernen voneinander und entwickeln ein stabiles Sozialgefüge. Die Herdenstruktur kann dazu beitragen, dass Pferde ein Gefühl der Sicherheit und Zugehörigkeit haben, was sich positiv auf ihr Verhalten und ihre psychische Ausgeglichenheit auswirkt.

Im Rahmen der Pferdepsychologischen-Therapie berücksichtige ich sowohl den individuellen Charakter Ihres Pferdes als auch die Bedürfnisse einer gut funktionierenden Herdengemeinschaft. Gemeinsam mit Ihnen werden wir die bestmögliche Herdenzusammenstellung und die Integration Ihres Pferdes in eine Herde planen, um ein harmonisches Miteinander zu gewährleisten und die psychische Gesundheit Ihres Pferdes zu fördern.



Optimierung der Fütterungsbedingungen


Im Rahmen der Pferdepsychologischen-Therapie werden ich die Fütterungsgewohnheiten Ihres Pferdes analysieren und gegebenenfalls Empfehlungen zur Optimierung aussprechen. Durch eine angepasste Fütterung, die dem natürlichen Fressverhalten von Pferden entspricht, können wir das Wohlbefinden und die Verdauung Ihres Pferdes unterstützen und somit auch positive Auswirkungen auf sein Verhalten erzielen.

Tatsächlich fressen Pferde nicht nur Gras, sondern auch andere Pflanzen und gelegentlich sogar Holz. Eine mögliche Erklärung ist der Bedarf nach Nährstoffen, die in unterschiedlichen Pflanzenarten enthalten sind. Pferde haben die Fähigkeit bestimmte Pflanzen zu erkennen und gezielt auszuwählen, um ihren Nährstoffbedarf zu decken.  Darüber hinaus kann das Kauen von Holz oder das Fressen von Rinde auch dem natürlichen Kauinstinkt und dem Bedürfnis nach Beschäftigung dienen. Es kann eine Möglichkeit für Pferde sein ihren Kauapparat zu trainieren und Langeweile zu reduzieren.

Bei der Optimierung der Fütterung und Haltungsbedingungen berücksichtige ich diese natürlichen Verhaltensweisen. Es ist gut, wenn Ihr Pferd Zugang zu verschiedenen Pflanzen und Futterquellen hat, die seine Bedürfnisse nach Nährstoffvielfalt und Beschäftigung erfüllen. Dies kann beispielsweise durch die Bereitstellung von Heu aus verschiedenen Gras- und Kräuterarten, sowie die Schaffung eines abwechslungsreichen Auslaufs oder einer Weide mit unterschiedlichen Pflanzenarten erreicht werden.

Indem wir die natürlichen Fressgewohnheiten von Pferden berücksichtigen und ihnen eine vielfältige und an ihre Bedürfnisse angepasste Ernährung ermöglichen, tragen wir dazu bei ihr Wohlbefinden zu steigern und ihr natürliches Verhalten zu fördern.



Verwendete Trainingsmethoden


Ich biete verschiedene Behandlungsmethoden an, um das Verhalten Ihres Pferdes positiv zu beeinflussen. Dazu gehören unter anderem:

  1. Habituation (Gewöhnung): Hierbei wird Ihr Pferd allmählich an bestimmte Reize oder Situationen gewöhnt, die es zuvor als störend oder beängstigend empfunden hat. Durch wiederholte und kontrollierte Übungen wird das Pferd lernen, ruhig und gelassen darauf zu reagieren.
  2. Dishabituation (Entwöhnung): Bei der Dishabituation wird das Pferd schrittweise von einer gewohnten Umgebung oder einem gewohnten Ablauf entwöhnt. Dadurch können eventuell negative Verhaltensmuster durchbrochen und neue Verhaltensweisen gefördert werden.
  3. Sensibilisierung: Diese Methode zielt darauf ab, die Aufmerksamkeit und Sensibilität Ihres Pferdes für bestimmte Signale oder Reize zu erhöhen. Durch gezieltes Training wird das Pferd lernen, auf feine Hilfen und Kommunikationssignale präzise zu reagieren.
  4. Desensibilisierung: Hierbei wird das Pferd behutsam und schrittweise an bestimmte Reize oder Situationen gewöhnt, die es zuvor als bedrohlich oder unangenehm empfunden hat. Durch sanfte und kontrollierte Übungen wird das Pferd lernen mit diesen Reizen umzugehen, ohne ängstlich oder gestresst zu reagieren.
  5. Abschwächung: Diese Methode konzentriert sich darauf unerwünschtes Verhalten zu reduzieren oder abzuschwächen, indem positive Alternativverhalten gefördert werden. Durch gezielte Belohnung und konsequente Anwendung werden gewünschte Verhaltensweisen verstärkt und unerwünschtes Verhalten allmählich gemindert.

Nicht verwendete Methoden

Als Pferdepsychologin distanziere ich mich von Methoden die auf Reizüberflutung und Ermüdung basieren. Diese Ansätze belasten das Vertrauensverhältnis zwischen Tier und Mensch erheblich und können dazu führen, dass das Pferd in eine erlernte Hilflosigkeit verfällt. Im schlimmsten Fall können durch derart traumatische Erfahrungen andere Verhaltensstörungen entstehen oder das Pferd sich selbst oder andere Lebewesen in seinem Umfeld verletzen. Es mag Pferdetrainer geben, die mit solchen Methoden kurzfristig Erfolge erzielen, jedoch gehen diese meist mit unvorhersehbaren Nebenwirkungen einher und bieten keine nachhaltige Lösung für psychologische Probleme.

Bitte beachten Sie, dass die Auswahl der Behandlungsmethoden von Fall zu Fall unterschiedlich sein kann und von der individuellen Situation Ihres Pferdes abhängt. Ich werde eine geeignete Methode ausschließlich basierend  auf einer gründlichen Analyse und Diagnose empfehlen.


Es ist wichtig zu beachten, dass der Erfolg der angewandten Trainingsmethoden der Pferdepsychologie nicht garantiert werden kann.

Pferde sind individuelle Lebewesen mit unterschiedlichen Hintergründen, Temperamenten und Verhaltensweisen. Daher kann nicht zugesichert werden, dass die hier vorgestellten Trainingsmethoden in jedem Fall den gewünschten Erfolg erzielen werden. Jedes Pferd reagiert möglicherweise unterschiedlich auf die angewandten Techniken und es können weitere spezifische Herausforderungen auftreten.

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Pferdepsychologie keine sofortige Lösung für alle Verhaltensprobleme oder Kommunikationsbarrieren mit dem Pferd bietet. Die Therapie erfordert Zeit, Geduld, Kontinuität und einfühlsames Vorgehen. Es können mehrere Sitzungen, wiederholte Übungen und eine kontinuierliche Anpassung der Methoden erforderlich sein, um Fortschritte zu erzielen.

Die Nutzung der hier bereitgestellten Informationen erfolgt auf eigenes Risiko. Ich  übernehmen keine Haftung für Schäden oder Verluste, die im Zusammenhang mit der Anwendung der hier beschriebenen Trainingsmethoden entstehen können.